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Führungswissen

Führungstrainings mit Pferden erleichtern Veränderung – gehirngerecht lernen

Sie bauen ein Haus und es ist etwas schief geraten. Wahrscheinlich gibt es keine Möglichkeit, es später so umzubauen, dass es wieder aufrecht und stabil auf seinem Fundament steht. Auch unser Gehirn ist eine Baustelle.

Die Vorstellung, dass unser Gehirn nur im Kindesalter geformt wird und mit dem Erwachsenwerden die finale Schlüsselübergabe für ein fertiges Haus erfolgt, ist jedoch überholt.

Erfahrungen prägen uns

Ein ganzes Leben bauen wir mit stärkenden und schwächenden Erfahrungen an unserem Gehirn rum. Die Erfahrungen, die wir sammeln, werden dabei immer gleichzeitig auf der kognitiven, der emotionalen und auf der körperlichen Ebene in Form entsprechender Denk-, Gefühls- und körperlicher Reaktionsmuster verankert und aneinander gekoppelt (Embodiement).

Beispiel: Sie haben bisher eher negative Erfahrungen mit der Geschäftsführung gemacht. Der Termin mit der Geschäftsführung, der heute noch im Kalender steht, macht sie daher nervös. Sie sind angespannt, haben einen roten Kopf, bekommen keinen Bissen hinunter und können sich kaum auf andere Dinge als diesen Termin konzentrieren. Nicht nur in ihrem Kopf schießen die Gedanken durcheinander, sondern auch ihre Gefühlslage und ihr Körper reagieren entsprechend.

Aufgrund dieser „verkörperten“ Erfahrungen im Gehirn sind alle späteren Versuche, zum Beispiel die Stressbewältigungsfähigkeit von Menschen durch kognitive Fortbildungsprogramme zu verbessern, zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, wenn dabei nicht gleichzeitig auch die emotionalen (Gefühle, Einstellungen, Haltungen) und körperlichen Ebenen (Bewegung, Körperbeherrschung, Körperhaltung) mit einbezogen werden.

Oder anders ausgedrückt: Mit wortlastiger Wissensvermittlung lässt sich nur wenig tiefgreifende Veränderung erzielen.

Veränderungen sind immer möglich

Wie Hirnforscher an vielen Beispielen aufzeigen konnten, wird unser Erleben von uns selbst und von den Erfahrungen, die wir in der Beziehung zu unserer Mitwelt machen, ständig neu kreiert. Das bedeutet, dass wir zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens die bisher herausgeformten Verschaltungen in unserem Gehirn auch neu konstruieren können. Wir müssen dazu eines der bisher benutzten motorischen, sensorischen, kognitiven oder affektiven Muster verlassen, also beginnen, anders zu sehen, zu fühlen oder zu handeln.

Wandlung anstoßen – neuronale Muster umbauen

Wenn es gelingt, auf einer dieser Ebenen ein neues Muster auszubilden, so werden alle anderen Ebenen davon gleichsam „mitgezogen“. Die Welt anders als bisher betrachten, anders denken, nicht immer mit den gleichen Gefühlen auf die gleichen Auslöser reagieren oder vielleicht auch nur eine andere Körperhaltung einnehmen – wenn uns das gelingt, hat das enorme Folgen für die Baustelle „Gehirn“. Denn dann werden nicht nur die neuronalen Verschaltungsmuster umgebaut, die an dieser neuen Leistung beteiligt sind, sondern ebenso auch alle anderen, die damit in irgendeiner Weise in Verbindung stehen.

Neue Verhaltensmuster – mit und nicht gegen das Gehirn lernen

Wir brauchen also andere, ganzheitliche Erfahrungen, um bisher vorhandene Bahnen im Gehirn zu verlassen und uns neu zu programmieren. Nur wenn Menschen neue Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Gestaltungskraft und Entdeckerfreude am eigenen Körper und unter Aktivierung ihrer emotionalen Zentren machen, können diese Erfahrungen auch nachhaltig in Form entsprechender Verschaltungsmuster in ihrem Gehirn verankert werden.

Pferdegestützte Trainings als ganzheitliche Erfahrungswelt

In den Trainings mit Pferd ERLEBEN die Teilnehmer ihre eigene Kompetenz. Außerhalb bekannter Denkprozesse und Strukturen, in Abwesenheit von Fachwissen, Wissensmacht und Hierarchie, außerhalb des „richtig oder falsch Rahmens“ können sie sich neu wahrnehmen, erfahren und definieren.

Die mentalen Bilder, die in der Arbeit mit Pferden immer mit körperlichem Einsatz und unter emotionaler Beteiligung erzeugt werden, verstärken sich zu Ankern, die zu neuen Verschaltungen im Gehirn führen und in geänderter Wahrnehmung und neuen Verhaltensweisen Ausdruck finden. Für die Teilnehmer spielt es hinterher keine Rolle mehr, wie die Wandlung zustande gekommen ist. Wichtig ist Ihnen eine dauerhafte Stärkung und Veränderung. Viele Teilnehmer sind erstaunt, wie viele Büro-Baustellen nach der Teilnahme an den Trainings einfach „verschwinden“ bzw. abgeschlossen werden können.

Quellen:
Was wir sind und was wir sein könnten, Gerald Hüther 2011, Fischerverlag

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Über Doreen Beier

Die Menschen- und Pferdekennerin coacht mit ihren Pferden Führungskräfte aus ganz Deutschland. Ihr Buch „Überholen mit 1 PS – Wie Manager von Pferden lernen“ erzählt amüsant und selbstkritisch zugleich die Geschichte von CHIRONDO, erläutert psychologisches Basiswissen und liefert detaillierte Beschreibungen der Trainingsmethoden. Als Blog-Autor schreibt sie zu Führungsthemen, gibt Einblicke in die CHIRONDO Welt und stellt ihre Vision des modernen Führungskräfte-Trainings vor.
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Autor: Doreen Beier am 12. Feb 2015 14:18, Rubrik: Führungswissen, Pferde - Impuls, Wissen, Inspiration, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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