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Führungswissen

Arbeitsdruck und selbstgefährdendes Verhalten – ist ein Entkommen möglich?

Ein Leben wie im Höhenflug, eigene Grenzen überwinden und mit willensstarker Disziplin immer weiterwachsende Ziele erreichen.

Umjubelt die Trophäen in Empfang nehmen und als Vorbild von Kollegen, in der Presse und dem eigenen Management gefeiert werden. Toll! Beim nächsten Mal darfs dann gerne noch ein bisschen mehr Leistung sein. Natürlich!

Erneut nach oben angepasste Ziele bedeuten auch mehr Leistungsdruck. Mit harter Arbeit, Disziplin und ohne Pausen ist es vielleicht zu schaffen. Dieses Mal noch.

Die heute erschienene Studie der Bertelsmann Stiftung bring wiederholt auf den Punkt, was viele Arbeitnehmer längst jeden Tag spüren: Wir arbeiten mehr, als uns gut tut!

Selbstgefährdendes Verhalten am Arbeitsplatz

Wegen großen Drucks am Arbeitsplatz gehen viele abhängig Beschäftigte fahrlässig mit ihrer Gesundheit um. Demnach legt ein Viertel der befragten Vollzeit-Beschäftigten ein zu hohes Arbeitstempo vor. Langfristig, so die Interviewten, sei das nicht durchzuhalten. 18 Prozent stoßen oft an ihre Leistungsgrenzen, 23 Prozent machen keine Pausen. Jeder Achte kommt krank zur Arbeit. Damit wachse bei vielen die Gefahr, die eigene Gesundheit zu gefährden, so das Ergebnis der Studie.

Die Zielspirale als Teufelskreis

42 Prozent beklagten, dass das Arbeitsumfeld durch die Erwartung an steigende Leistungsziele geprägt werde. Jeder Dritte weiß nicht mehr, wie er den Ansprüchen gerecht werden soll. Werden zu hohe Ziele dennoch erreicht, gelten sie sofort als neuer Maßstab.

Aus diesem Teufelskreis gebe es kein Entkommen, glaubt jeder zweite Arbeitnehmer. 51 Prozent der Befragten geben an, keinen oder nur geringen Einfluss auf ihre Arbeitsmenge zu haben. Über 40 Prozent sagen das auch über ihre Arbeitsziele.

Die Kultur des Leistens durch realistische Ziele verändern

Für Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung müssen die Unternehmen eingreifen. „Das Management kann die Leistungskultur maßgeblich beeinflussen und durch realistische Arbeitsziele ein gesünderes Arbeitsumfeld schaffen, sagte Mohn laut Mitteilung.

Doch wie bringt man eine Organisation dazu, die sich bisher bei der Zielbestimmung am letzten Ergebnis und am Markt orientiert hat, Arbeitsziele zu vereinbaren, die als herausfordernd und von den Mitarbeitern – unter Berücksichtigung des eigenen Leistungsvermögens und der vorhandenen Ressourcen im eigenen Arbeitsumfeld – zugleich als realistisch und erreichbar eingeschätzt werden? Und zwar im Rahmen der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit.

Empfehlungen für eine gesündere Arbeitswelt

Die vorhandenen Steuerungssysteme müssen hinsichtlich der Zielspiralen überprüft und angepasst werden. Es ist an der Zeit, sich mit diesen Zielspiralen auseinanderzusetzen, die sich allein am Markt und am ökonomischen Wachstum und eben nicht am Leistungspotenzial der Beschäftigten orientieren. Darin inbegriffen ist auch die Erkenntnis, dass es sich bei der Zielvereinbarung um einen Prozess handeln sollte, in welchem der Beschäftigte die Zielfestlegung beeinflussen kann. Optimalerweise nutzen Führungskraft und Mitarbeiter dafür unterjährige Rückmeldeschleifen, statt wie bisher, im einmal im Jahr stattfindenden Generalabrechnungsgespräch alles Gewesene und alles Künftige in 45 min. auf- und abzuarbeiten.

Beschäftigte und Führungskräfte müssen ihre Grenzen reflektieren

Darüber hinaus sieht die Studie alle Beteiligten in der Verantwortung, Leistungsgrenzen – eigene und fremde – wahrzunehmen, anzunehmen, zu kommunizieren und durchzusetzen. Das bedeutet auch, sich abzugrenzen. Dazu bedarf es einer Kultur der Achtsamkeit nicht nur seitens der Führung, sondern auch der Teammitglieder untereinander sowie nicht zuletzt der Beschäftigten im Umgang mit sich selbst.

Dies lässt sich laut der Studie nur erreichen, wenn Beschäftigte, Führungskräfte und Management ein gemeinsames Bewusstsein der „Grenzen-Problematik“ entwickeln und gemeinsam an einer gesundheitsförderlichen Leistungskultur arbeiten.

Hierzu sollten Maßnahmen auf der individuellen Ebene (z.B. in Form von Verhaltenstrainings), auf der interpersonalen Ebene (z.B. Teamtrainings und Führungskräfteschulungen) und auf der Ebene der Organisation (z.B. Regelungen zum E-Mail-Verkehr, zur Erreichbarkeit, zu Überstunden) integriert durchgeführt werden.

Mit diesem Maßnahmenmix wird dem Zusammenwirken von Verhalten und Verhältnissen am ehesten entsprochen.

Unser Fazit:

Der Mensch ist an natürliche Zyklen gebunden. Hunger und Durst, Schlafen und Wachen, Nähe und Distanz genau wie Arbeiten und Ausruhen. Diese Zyklen sind wichtig. Sie zu erkennen und das eigene Verhalten darauf anzupassen ist Grundbedingung für ein langes Wohlergehen.

In den Führungskräftetrainings von CHIRONDO sind Pferde der Spiegel dafür, wie gut es den Teilnehmern gelingt, diese Zyklen zu erkennen, sie zu kommunizieren und auf die Bedürfnislage anzupassen. Einerseits mit einer hohen Sensibilität für die eigene Leistungsfähigkeit und die des jeweiligen Gegenübers (Senso-emotional Handeln), durch den Einsatz geeigneter und wertschätzender Kommunikation (Selbst wirksam Kommunizieren) oder durch konkretes Handwerkzeug zur nachhaltigen Führung (Selbst bewusst Führen) trotz stetig steigendem Marktdruck.

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Über Doreen Beier

Die Menschen- und Pferdekennerin coacht mit ihren Pferden Führungskräfte aus ganz Deutschland. Ihr Buch „Überholen mit 1 PS – Wie Manager von Pferden lernen“ erzählt amüsant und selbstkritisch zugleich die Geschichte von CHIRONDO, erläutert psychologisches Basiswissen und liefert detaillierte Beschreibungen der Trainingsmethoden. Als Blog-Autor schreibt sie zu Führungsthemen, gibt Einblicke in die CHIRONDO Welt und stellt ihre Vision des modernen Führungskräfte-Trainings vor.
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Autor: Doreen Beier am 16. Mrz 2015 18:32, Rubrik: Führungswissen, Pferde - Impuls, Wissen, Inspiration, Kommentare per Feed RSS 2.0, Kommentare geschlossen.

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